Ausreden bei Zahlungsverzug – und wie Ihre Kreditversicherung zum Steuerungsinstrument wird
Steigende Außenstände, längere Zahlungsziele, wachsender Druck auf die Liquidität – für viele Unternehmen wird professionelles Forderungsmanagement zur Überlebensfrage. Wer jetzt nicht konsequent handelt, finanziert die Geschäfte seiner Kunden und gefährdet die eigene Stabilität.
Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, die durchschnittliche Forderungslaufzeit steigt. In dieser Situation gilt: Liquidität sichern. Ohne Liquidität kein Wachstum, keine Investitionen, keine Resilienz. Doch was tun, wenn Kunden immer später zahlen? Eine Möglichkeit ist der Verkauf von Forderungen unmittelbar nach Rechnungsstellung – etwa über Factoring. Das kann Liquidität sofort freisetzen und Risiken auslagern. Allerdings eignet sich nicht jedes Geschäftsmodell dafür.
Was jedoch jedes Unternehmen tun kann: konsequent handeln. Die Zeiten, in denen man drei, vier oder fünf Mahnungen verschickte und auf Einsicht hoffte, sind vorbei. Wer zu lange wartet, sendet das falsche Signal.

Die häufigsten Ausreden
Der Kreditversicherer Atradius warnt in einer Pressemitteilung: „Verspätete Zahlungen sind die stille Krise, die Unternehmen weltweit erstickt.“ Diese stille Krise kann auch Ihr Unternehmen treffen. Laut Atradius lassen sich die Ausreden für verspätete Zahlungen in vier Kategorien einteilen:
- betriebliche Gründe, etwa eine verlorene Rechnung
- technische Gründe wie eine laufende Systemmigration
- verfahrensrechtliche Gründe, beispielsweise die noch ausstehende Genehmigung
- finanzielle Gründe wie eine kurzfristige Bargeldknappheit
Wichtig ist: Nicht jede Begründung ist eine Ausrede. Aber jede Verzögerung ist ein Signal. Manche Unternehmen nutzen Zahlungsziele bewusst als Finanzierungsinstrument. Für Lieferanten bedeutet das: Sie tragen das Risiko und belasten ihren eigenen Cashflow.
Wie wir als Makler in der Praxis unterstützen
Unsere Aufgabe als Kreditversicherungsmakler ist es, Risiken frühzeitig sichtbar zu machen und konkrete Handlungsspielräume zu eröffnen. Mit strukturierten Prüfungen und aktuellen Bonitätsinformationen schaffen wir Transparenz: Wir hinterfragen Begründungen, bewerten Indizien und erkennen, ob hinter einer Verzögerung organisatorische Ursachen oder ernsthafte wirtschaftliche Probleme stehen. Verschlechterte Bonitäten oder öffentlich bekannte Zielüberschreitungen liefern dabei oft entscheidende Hinweise.
Auch technische Argumente wie eine EDV- oder Systemumstellung lassen sich zumindest teilweise verifizieren. So wird erkennbar, ob ein tatsächliches Problem vorliegt oder lediglich Zeit gewonnen werden soll. Im Zusammenspiel mit der Kreditversicherung sorgen wir für Klarheit, sichern Ihren Versicherungsschutz und entwickeln tragfähige Lösungen.
Ein Beispiel aus dem letzten Jahr:
Eine SAP-Umstellung beim Abnehmer führte dazu, dass bei einem unserer Kunden die Zahlungen plötzlich aussetzten. Über drei Monate hinweg wurde kein Cent bezahlt. Trotz einer sehr guten Bonitätsbewertung des Risikos explodierten die Außenstände. In diesem Fall konnten wir als Kreditversicherungsmakler den Grund für die verspäteten Zahlungen bestätigen. Gemeinsam mit der zuständigen Kreditversicherung entwickelten wir eine Sonderlösung und als Makler konnten wir den Abnehmer zudem zur Begleichung der überfälligen Rechnungen bewegen.
Kreditversicherung als aktives Risikomanagement-Tool
Aus unserer Sicht, der Wa-Ka Kreditversicherungsmakler GmbH, geht es nicht darum, möglichst viele Mahnungen zu versenden, sondern den Zahlprozess aktiv zu steuern. Entscheidend sind klare Regeln:
- Nehmen Sie bei Zielüberschreitungen frühzeitig Kontakt auf.
Eine Kreditversicherung ist nicht nur ein Sicherungsinstrument, sondern ein Steuerungswerkzeug. Verweisen Sie in Mahnschreiben auf die Bedingungen Ihrer Warenkreditversicherung und die festgelegten Meldefristen für überfällige Forderungen. Machen Sie Ihrem Kunden klar, dass eine Meldung an den Kreditversicherer das Kreditlimit gefährden oder sogar zur Sperre für weitere Lieferanten führen kann. Dieser Hinweis schafft Transparenz und wirkt oft disziplinierend, ohne direkten Druck auszuüben. - Dokumentieren Sie Zahlungsvereinbarungen mit festen Terminen.
Offene Liquiditätsprobleme beim Kunden sind häufig meldepflichtig. Informiert Sie Ihr Kunde schriftlich über eigene Zahlungsschwierigkeiten, müssen Sie diese Information an den Kreditversicherer weitergeben: Es handelt sich um eine negative Bonitätsinformation. Auch Ratenzahlungsvereinbarungen sollten Sie im Zweifel immer mit dem Versicherer abstimmen, um Ihren Versicherungsschutz und Ihre Obliegenheiten nicht zu gefährden. - Bleiben Sie bei weiter ausbleibenden Zahlungen konsequent.
Zögern Sie nicht, offene Forderungen rechtzeitig gerichtlich geltend zu machen – also ein Inkasso einzuleiten. Das erhöht den Druck auf den säumigen Zahler und ermöglicht zugleich die Meldung eines Versicherungsfalls im Rahmen des Protracted Default, falls Ihr Kunde weiterhin nicht zahlt. In diesem Fall kann der Schaden reguliert werden.
Fazit
Wir wissen: In wirtschaftlich angespannten Zeiten lassen sich vereinzelte Zahlungsverzögerungen nicht immer vermeiden. Häufen sie sich jedoch bei einem Kunden, ist das ein Warnsignal. Dann steigt das Risiko und Unternehmen müssen mit erhöhter Aufmerksamkeit vorgehen.
Genau hier setzen wir als Ihr Kreditversicherungsmakler an. Wir unterstützen Sie, unsere Kunden, bei der Bewertung der Risikolage und beraten bei Ihren nächsten Schritten. Denn aktives Kreditrisikomanagement beginnt nicht erst beim Ausfall, sondern deutlich früher – bei klaren Prozessen, schneller Kommunikation, einem konsequentem Auftreten gegenüber Ihres Kunden und aktiven Steuerung Ihrer Kreditrisiken.
So schützen Sie nicht nur einzelne Forderungen, sondern Ihre gesamte Geschäftsgrundlage.
Sprechen Sie uns an.

Jens Kammann
Geschäftsführer
Wa-Ka Kreditversicherungsmakler GmbH
Tel.: (0171) 7 64 44 24
E-Mail: kammann(at)wa-ka.de

Heiko Walter
Geschäftsführer
Wa-Ka Kreditversicherungsmakler GmbH
Wa-Ka Credit Solutions GmbH
Tel.: (0171) 7 64 44 22
E-Mail: walter(at)wa-ka.de