EU-Zahlungsverzugsverordnung: Wie geht es 2025 weiter?
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Vor fast einem Jahr befasste sich das EU-Parlament erstmals mit der Late Payment Directive und verabschiedete sie in geänderter Fassung für den weiteren Gesetzgebungsprozess. Doch wo steht die Zahlungsverzugsverordnung heute, im Jahr 2025?

Ende April 2024 war in Straßburg klar, dass das Vorhaben erst einmal ins Stocken kommen würde – schließlich standen die Europawahlen vor der Tür. Doch seit der ersten Lesung der geplanten EU-Verordnung zum Zahlungsverzug ist in den offiziellen EU-Verzeichnissen kein wesentlicher Fortschritt zu erkennen. Lediglich ein Dossier (PDF) des Generalsekretariats des Rates der Europäischen Union berichtete im Juli 2024 über den damals aktuellen Stand.

Liquiditätsverlust und Bürokratisierung?

Hinter den Kulissen drängen jedoch verschiedene Verbände auf eine Weiterarbeit an der Verordnung, etwa aus dem Bauhandwerk: Sowohl EBC Construction SMEs Europe als auch SMEunited empfehlen eine Weiterarbeit – beide vertreten jeweils kleine und mittlere Unternehmen aus dem Baugewerbe und Handwerker in Europa. Gleichzeitig fordern andere Branchen weiterhin umfassende Änderungen der geplanten Verordnung. In Deutschland kritisierten beispielsweise der Handelsverband, der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Gesamtverband der Deutschen Versicherer die aktuellen Inhalte und warnten vor negativen Auswirkungen.

Auch aus der Wirtschaft gibt es Bedenken: Laut einer Umfrage des Versicherers Atradius halten nur 38 Prozent der befragten Unternehmen die Verordnung in ihrer derzeitigen Form für umsetzbar. Hauptsorge sei ein drohender Liquiditätsverlust, da die bisher üblichen großzügigen Lieferantenkredite nicht mehr gewährt werden könnten. Politisch bleibt die Verordnung ebenfalls umstritten, insbesondere weil sie zu einer weiteren Bürokratisierung führen könnte.

Ziel bleibt: Schnellere Zahlungen und stabilere KMU

Die konkrete Ausgestaltung der Zahlungsverzugsverordnung bleibt also offen. Ihr Ziel ist jedoch klar: Kürzere Zahlungsfristen sollen europäische KMU widerstandsfähiger gegen finanzielle Engpässe machen. Dass es Europa mit der schnelleren Bezahlung von Rechnungen ernst ist, zeigt auch die Einführung der E-Rechnung zu Beginn des Jahres. Im Vergleich zu herkömmlichen Abrechnungsmethoden gehen Studien immerhin davon aus, dass eine digital versandte Rechnung die Zahlung um fünf bis sieben Tage beschleunigt.

Die EU-Zahlungsverzugsverordnung: Im Jahr 2025 gibt es noch keine Fortschritte. Sie sollten sich dennoch vorbereiten.

Herausforderung für Unternehmen: Mehr Vorschriften, mehr Aufwand

Für Unternehmer sind schnellere Zahlungseingänge grundsätzlich positiv. Doch die neuen Vorgaben – wie die taggenaue Berechnung von Mahnzinsen – könnten den Verwaltungsaufwand erheblich steigern. Jede gesetzliche Änderung bringt Herausforderungen mit sich. Es gilt daher, den Mehraufwand im Blick zu behalten. Dieser darf den Vorteil der schnelleren Zahlungseingänge nicht aufheben. 

Die Lösung? Digitalisierung der kaufmännischen Prozesse. Automatisierte Buchhaltungs- und Rechnungswesen-Tools können Arbeitsabläufe optimieren, redundante Aufgaben eliminieren und Risiken minimieren. Wir unterstützen Sie gerne bei der Entwicklung individueller Lösungsansätze für Ihr Unternehmen.

Fragen zur neuen Verordnung? Möchten Sie wissen, wie Sie Ihre Prozesse optimieren? Wir haben die Antworten – nehmen Sie Kontakt zu uns auf.
Mohamed Ceka
Mohamed Ceka
Geschäftsführer Wa-Ka Credit Solutions GmbH

Einladung zum Webinar

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