Forderungen verkaufen:
Welche Alternativen gibt es?
Offene Forderungen binden Liquidität, deshalb ziehen immer mehr Unternehmen den Verkauf ihrer Forderungen über einen Inkassodienstleister oder per Factoring in Betracht. Wir vergleichen die Möglichkeiten.
Offene Forderungen sind Ihr Geld – nur liegt es noch auf dem Konto Ihres Kunden. Zahlt Ihr Kunde nicht pünktlich, engt dies Ihre Liquidität zusätzlich ein. Eine Möglichkeit, schnell an Ihr Geld zu kommen, ist der Verkauf Ihrer Forderungen.
Dabei übertragen Sie offene Rechnungen an einen spezialisierten Dienstleister. Je nach Situation kommen insbesondere Forderungsankauf durch eine Inkassogesellschaft oder Factoring infrage. Beide Lösungen unterscheiden sich jedoch deutlich. Der Forderungsankauf über eine Inkassogesellschaft kommt für uns meist nur in Einzelfällen als kostspielige Notlösung in Betracht, während Factoring für den Verkauf revolvierender Forderungen oder Forderungspakete steht.
Wichtig: Die folgenden Lösungen beziehen sich ausschließlich auf B2B-Forderungen. Forderungen gegen Privatpersonen sind in der Regel nicht oder nur schwer verkäuflich.
Bei einem größeren Portfolio notleidender Forderungen gelten andere Voraussetzungen: Ab einem Gesamtvolumen von etwa 1 Million Euro gibt es hierfür einen spezialisierten Markt. Gerne prüfen wir für Sie, welche Möglichkeiten in diesem Fall bestehen.
Forderungsankauf über Inkassogesellschaften
Der Forderungsankauf durch eine Inkassogesellschaft kommt vor allem für einzelne oder ausgewählte Forderungen infrage. Vor dem Ankauf prüft die Inkassogesellschaft die Durchsetzbarkeit Ihrer Forderung und erstellt Ihnen ein Angebot. Allerdings werden nicht alle Forderungen angekauft. Ist der Schuldner bereits insolvent oder handelt es sich um eine sehr kleine Forderung, stoßen Sie bei der Inkassogesellschaften oft auf Ablehnung. Auch bei bereits ausgemahnten oder titulierten Forderungen reduziert sich der Kaufpreis deutlich.
Die Abschläge auf Ihre Forderung liegen bei jüngeren, nicht fälligen Forderungen schnell bei 5 bis 15 Prozent, bei ausgemahnten Forderungen auch bei deutlich mehr als 20 Prozent der Forderung. Bei kleineren titulierten Forderungen ist der Ankauf wirtschaftlich sogar uninteressant.
Fazit: Der Forderungsankauf kann eine Möglichkeit sein, einzelne problematische Forderungen schnell zu Geld zu machen. Aufgrund der teilweise hohen Abschläge ist er jedoch häufig eine eher teure Lösung.

Forderungsankauf durch eine Factoringgesellschaft
Factoring ist grundsätzlich anders aufgebaut: Ein Factoringvertrag zielt darauf ab, laufend neu entstehende, ankauffähige B2B-Forderungen zu erwerben. Überfällige Forderungen sowie Forderungen, bei denen das Zahlungsziel nicht eingehalten wurde, werden oft nicht angekauft. Gleiches gilt für Forderungen gegenüber Kunden, bei denen in der Vergangenheit bereits erhebliche Zahlungsschwierigkeiten aufgetreten sind.
Bei einem laufenden Factoringvertrag werden die ankauffähigen Forderungen dagegen regelmäßig bereits bei der Rechnungsstellung an die Factoringgesellschaft verkauft. In der Regel erhalten Sie dabei rund 90 Prozent des Rechnungsbetrags innerhalb kurzer Zeit, häufig bereits am nächsten Werktag. Der verbleibende Betrag wird ausgezahlt, sobald Ihr Kunde die Rechnung bezahlt hat. Die Gebühren für den Forderungsverkauf sowie die Zinsen bis zum Ausgleich der Forderung durch Ihren Kunden sind deutlich geringer als beim Ankauf durch eine Factoringgesellschaft.
Die Vorteile von Full-Service-Factoring:
- Bonitätsprüfung: Ihre Kunden können vorab durch die Factoringgesellschaft geprüft werden.
- Schutz vor Forderungsausfällen: Mit dem Ankauf der Forderung übertragen Sie das Ausfallrisiko auf die Factoringgesellschaft.
- Entlastung beim Forderungsmanagement: Der Factor übernimmt die Überwachung Ihrer Rechnungen und mahnt bei Bedarf Ihre Kunden.
- Inkasso inklusive: Der Factor leitet das Inkasso in seinem Namen ein. Es entsteht kein Kostenrisiko für Sie.
Welche Alternativen gibt es zum Forderungsverkauf?
Forderungen zu verkaufen ist nicht immer die beste Lösung. Je nach Ursache und Umfang Ihrer offenen Forderungen können auch andere Maßnahmen sinnvoll sein:
- Kunden im Vorfeld auf Bonität prüfen
Eine Bonitätsprüfung vor Vertragsabschluss hilft dabei, Kunden mit erhöhtem Ausfallrisiko frühzeitig zu erkennen und Zahlungsbedingungen entsprechend anzupassen. - Schneller und regelmäßiger mahnen
Ein konsequentes Mahnwesen trägt zu einem reduzierten Forderungsbestand bei. Je früher Sie auf ausbleibende Zahlungen reagieren, desto höher ist in der Regel die Chance, dass Ihr Kunde noch zahlt. - Inkasso ankündigen
Wenn ein Kunde trotz Mahnungen nicht zahlt, können Sie eine Inkassogesellschaft ankündigen und dann auch einschalten. Im Erfolgsfall zahlen Sie nur eine kleine Erfolgsgebühr und im Nichterfolgsfall häufig nur eine Pauschale. - Warenkreditversicherung abschließen
In dieser Lösung ist auch der Forderungsausfall mitversichert. Lesen Sie hier mehr.
Sie wollen Informationen zu Bonitätsprüfung und Inkasso? Dann bitte wenden Sie sich an unseren Partner IHD und fragen Sie nach den Wa-Ka-Sonderkonditionen.
Forderungen verkaufen oder anders absichern?
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, ob Sie einzelne problematische Forderungen liquidieren möchten, regelmäßig Liquidität aus laufenden Forderungen benötigen oder sich vor Zahlungsausfällen schützen wollen.
Wie gewohnt unterstützen wir Sie dabei, die passende Lösung für Ihre Forderungen zu finden.
Nehmen Sie Kontakt zu uns auf

Heiko Walter
Geschäftsführer
Wa-Ka Kreditversicherungsmakler GmbH
Wa-Ka Credit Solutions GmbH
Tel.: (0171) 7 64 44 22
E-Mail: walter(at)wa-ka.de

Jens Kammann
Geschäftsführer
Wa-Ka Kreditversicherungsmakler GmbH
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